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Der Fall Christian Wulff und seine Lehren

Sind viele Pressevertreter wirklich sadistisch pervertierte
Nun ist es feststehende Tatsache, die Staatsanwaltschaft in Hannover mußte getrieben durch den eindeutigen Freispruch des Gerichts und ohne jede Aussicht auf Erfolg, ihre Revision - wohl kleinlaut knurrend - zurückziehen.
Damit endet der Gerichtsfall des ehemaligen Bundespräsidenten Christan Wulff und hinterlässt einen mahnenden Aktenberg, für jeden Medienvertreter, Staatsanwalt und Richter der Bundesrepublik Deutschland. Die Erklärung des Christan Wulff, das es rechtspolitisch hoch problematisch sei, dass "eine einzelne Staatsanwaltschaft mit leeren Händen" ein Staatsoberhaupt zum Rücktritt drängen könne, ist im Fall Wulff mehr als nachvollziehbar.
Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Medien haben sich im Fall Wulff in keinster Weise mit Ruhm bekleckert, sondern dem Ansehen Deutschlands in aller Welt  massiv geschadet. Das die Bundesrepublik Deutschland wie schon in der NS-Zeit, auch heute noch, weltweit führend in der Freiheitsentziehung ist, hier genauer in Sachen Untersuchungshaft, welche manchmal sogar länger als ein Jahr andauern kann - zeigt nach Bürgermeinung deutlich, dass Deutschland sich völlig zu Unrecht als "Rechtsstaat" bezeichnet. Wenn dann noch ein paar geistlose Artikelzeilen einem eventuell vom Ehrgeiz zerfressenen Staatsanwalt signalisieren "hier winkt Ruhm und Ehre", fühlt sich selbiger schnell geneigt - in Zusammenarbeit mit dem Gericht - auch für das geringst drittklassige "Eierklauvergehen" die Untersuchungshaft anzuordnen. Ohne hierbei jedoch die weitreichenden Folgen für den so "behandelten Delinquenten" zu berücksichtigen. Dabei spielt es oftmals scheinbar weder für die Staatsanwaltschaft noch den zuständigen Richter eine Rolle, ob Hieb und wirklich stichhaltige Beweise auf dem "Tisch" liegen.
Wenn sich später herausstellt, dass alles nur kalter Kaffee ohne rechtliche Substanz und eindeutige Beweise war, nun dann kann man sich - wie aktuell im Falle Wulff geschehen, ja immer noch mit staatstragendem Gefasel: "...aber da war doch ein Anfangsverdacht", versichen herauszureden. Im "rechtlichen Notfall" bleibt in Deutschland im Gegensatz zur Handhabung in den meisten Staaten dieses Planeten, immer noch der "düstere Ritt" auf dem lahmenden "Indizien-Gaul", um der heiß "ersehnten Wahrheit" - aus der Sicht der Staatsanwaltschaft nachzuhelfen, womit dann wieder "Ruhm und Ehre" durch die Gazetten winken.
Im Falle Wulff ging selbst noch am 8. Januar 2014 der Celler Generalstaatsanwalt Frank Lüttig einen Schritt weiter und kündigte für den Fall des Freispruchs von Wulff an: "Wir sehen den Prozess noch nicht am Ende, der hat für uns noch gar nicht richtig angefangen." Wie sehr sich ein deutscher Beamter hier zum willfähigen Handlanger der Medien gemacht hat, zeigt nach Bürgermeinung dieser von Wut und Ehrgeiz zerfressene Ausspruch von Lüttig. nur zu deutlich. Professor Uwe Hellmann von der Universität Potsdam sieht den öffentlichen Druck bei der rechtlichen Beurteilung des Falles Wulff mehr als kritisch. Die Art, wie sich Medien und Justiz gegenseitig die "Bälle" in der Affäre zugeworfen hätten, so auch Wulffs Meinung. Medienvertreter und Staatsanwaltschaften  sollten ebenso wie Richter einmal mehr dem Artikel 11 Abs. 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen aus dem Jahre 1948 Beachtung schenken! In diesem Artikel heißt es klar und deutlich: "Jeder Mensch, der einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, ist solange als unschuldig anzusehen, bis seine Schuld in einem öffentlichen Verfahren, in dem alle für seine Verteidigung nötigen Voraussetzungen gewährleistet waren, gemäß dem Gesetz nachgewiesen ist."
Erst wenn Deutschlands Gerichte und Staatsanwaltschaften sich nicht mehr von geldgierigen "Journalisten" und Verlagen zu überzogenen Handlungen drängen lassen und wenn vor allem die Anzahl der Untersuchungsgefangenen in der BRD merklich gesunken ist, ja erst dann kann ist die Bundesrepublik Deutschland wirklich auf dem Weg zu einem Rechtsstaat, sagten Bürger gegenüber BERLINER TAGESZEITUNG.   (U.Schneider---BTZ)